mein-franken.eu
  • Das Informationsportal
  • rund um unser lebenswertes
  • und liebenswertes Frankenland
Zur Zeit ist 1 Besucher online.

Der jüdische Friedhof in Bayreuth

Die eng stehenden Grabsteine am jüdischen Friedhof in Bayreuth
Die eng stehenden Grabsteine am jüdischen Friedhof in Bayreuth

Der jüdische Friedhof in Bayreuth liegt stadtauswärts in Richtung Autobahn A9 auf der linken Seite an der Nürnberger Straße. Fährt man entlang der südlichen Mauer mit der großen, dreischiffigen Friedhofshalle, befindet sich an der Ostseite des Friedhofes ein Parkplatz. Auf der Ostseite ist auch der Eingang mit dem schönen Rundbogentor. Der gesamt Friedhof ist umgeben mit einer Sandsteinmauer. Eine solche Mauer bestand bereits in früheren Jahren, jedoch wurde sie in der Zeit des Nationalsozialismus im Jahr 1938 abgetragen. Nach dem Krieg wurde die Mauer durch eine Kalksteinmauer ersetzt, diese wiederum wurde ersetzt durch eine Sandsteinmauer wie sie früher bereits bestand. Ob es sich um die originalen Steine handelt, oder zumindest teilweise um die originalen Steine, kann ich leider nicht beurteilen.

Der Friedhof mit fast 6000 qm Fläche gehört zu den größeren jüdischen Friedhöfen in Franken. Im südöstlichen Viertel stehen die ältesten Grabsteine, im südwestlichen Viertel werden die Steine jünger und aufwändiger, im nordwestlichen Viertel liegen die Gräber, die nach 1945 angelegt wurden. Das nordöstliche Viertel ist noch unbelegt. Alle Grabsteine sind nach Osten ausgerichtet und stehen eng beisammen.

Große Steine am jüdischen Friedhof in Bayreuth
Große Steine am jüdischen Friedhof in Bayreuth
Die große, dreischiffige Friedhofshalle
Die große, dreischiffige Friedhofshalle

Die Grabsteine im südöstlichen Viertel sind einfach, relativ klein und abgerundet. Geht man im Uhrzeigersinn durch die Grabreihen, fallen die zunehmend größeren und reicher ausgestatteten Grabsteine auf. Teilweise sind sie reich mit Verzierungen und Symbolen geschmückt. Die Gräber im nordwestlichen Teil unterschieden sich von christlichen Gräbern lediglich durch den Davidstern und den hebräischen Schriftzeichen auf den Grabsteinen.

Da eine Umbettung oder Einebnung des Grabes der jüdischen Vorstellung von Auferstehung der Toten widersprechen würde, überlässt man die Gräber sich selbst und der Natur. Beeindruckt hat mich, wie oben auf einem sehr prunkvollen Stein ein Baum gewachsen ist und sich mit seinen Wurzeln rund um den Stein festhält. Auf dem toten Stein wächst Leben.

Der Friedhof strahlt auf den Besucher eine besondere Ruhe aus. Dies mag daran liegen, dass weite Teile des Friedhofs bewaldet sind. Die südliche Hälfte des Friedhofes erinnert mehr an einen Friedwald denn an einen Friedhof. Auch die nahegelegene Nürnberger Straße hört man auf dem Friedhof trotz des starken Durchgangsverkehres in Richtung Autobahn kaum. Diese außerordentliche Ruhe kannte ich bis dato noch nicht.

Das Mahnmal am Friedhof in Bayreuth
Das Mahnmal am Friedhof in Bayreuth
Der neue Teil im nordwestlichen Viertel
Der neue Teil im nordwestlichen Viertel

An der südlichen Mauer befindet sich auch die große, dreischiffige Friedhofshalle. Steht man vor ihr, befindet sich rechts davon das Mahnmal mit Inschrift in Richtung Süden. Auf den drei Stelen wird der gefallenen Juden des Ersten Weltkrieges und der Opfer des NS-Regimes gedacht.

Prachtvolle Steine am jüdischen Friedhof
Prachtvolle Steine am jüdischen Friedhof
Ein Grabstein mit betenden Händen
Ein Grabstein mit betenden Händen
Die abgebrochene Säule steht für das beendete Leben
Die abgebrochene Säule steht für das beendete Leben


http://mein-franken.eu >  Fränkische Sehenswürdigkeiten und Kultur > Jüdische Friedhöfe in Franken > Der jüdische Friedhof in Bayreuth
(c) 2006-2012 Axel Schröder